Augen auf!
100 Jahre Leica Fotografie

13. März bis 31. Mai 2015
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag: 11–18 Uhr,
Mittwoch: 11–20 Uhr, Montag geschlossen
Eintrittspreise

 
Christer Strömholm

Foto: Christer Strömholm. Nana, Place Blanche, Paris 1961, Ausschnitt, ©Christer Strömholm/Strömholm Estate, 2015

Ur-Leica von 1914

Foto: Ur-Leica von 1914, ©Leica Camera AG

Oskar Barnack: Flut in Wetzlar

Foto: Oskar Barnack: Flut in Wetzlar, 1920, ©Leica Camera AG

Alfred Eisenstaedt: VJ Day

Foto: Alfred Eisenstaedt: VJ Day, Times Square, NY, 14. August 1945, ©Alfred Eisenstaedt, 2015/ Leica Camera AG

F.C. Gundlach, Modereportage für Nino

Foto: F.C. Gundlach, Modereportage für Nino, Hamburger Hafen 1958, ©F.C. Gundlach

Jeff Mermelstein: Sidewalk

Foto: Jeff Mermelstein: Sidewalk, 1995, ©Jeff Mermelstein / Leica Camera AG

Bruce Gilden, Ohne Titel

Foto: Bruce Gilden, Ohne Titel, aus dem Zyklus »GO«, 2001, ©Bruce Gilden 2015/Magnum Photos

Die Ausstellung »AUGEN AUF! 100 Jahre Leica Fotografie« beleuchtet ausgewählte Aspekte der Kleinbildfotografie – von journalistischen Strategien über dokumentarische Ansätze bis hin zu freien künstlerischen Positionen. Auf zwei Etagen werden u.a. Arbeiten von Nobuyoshi Araki, Jane Evelyn Atwood, Bruno Barbey, René Burri, Henri Cartier-Bresson, Bruce Davidson, Michel Vanden Eeckhoudt, William Eggleston, Ralph Gibson, F. C. Gundlach, Elisabeth Hase, Fred Herzog, Barbara Klemm, Herbert List, Paula Luttringer, Susan Meiselas, Ulrich Mack, Joel Meyerowitz, Paolo Roversi, Jeanloup Sieff, Christer Strömholm, Kai Wiedenhöfer, Paul Wolff und Tom Wood präsentiert. Mehr als 200 Fotografien, ergänzt um dokumentarisches Material, Kameramodelle und Publikationen rekapitulieren die Geschichte der Kleinbildfotografie von den Anfängen bis in unsere Tage. Insgesamt folgt die von Hans-Michael Koetzle (freier Schriftsteller und Publizist) kuratierte Ausstellung dem Gang der Technik- bzw. Fotografiegeschichte.

Eine Kamera für die neue, temporeiche Zeit

Spätestens im März 1914 hatte Oskar Barnack, seinerzeit Feinmechaniker bei Ernst Leitz, Wetzlar, das erste funktionstüchtige Modell einer Kleinkamera für 35 mm-Kinofilm fertiggestellt. Mit der kriegsbedingt erst 1925 eingeführten Leica (= Leitz / Camera) war nicht einfach ein neuer Fotoapparat erfunden. Die kleine, verlässliche, stets einsatzbereite, mit einem von Max Berek eigens gerechneten Hochleistungsobjektiv ausgestattete Leica markiert einen Paradigmenwechsel in der Fotografie. Nicht nur gestattete sie fotografierenden Amateuren, Quereinsteigern, emanzipierten Frauen einen leichteren Zugang zur Fotografie. Auch war mit der bequem in der Manteltasche zu tragenden Leica das Fotografieren zum selbstverständlichen Teil des Alltags geworden. Der vergleichsweise billige Kleinbildfilm stimulierte das fotografische Experiment. Neue Perspektiven wurden erprobt. Insgesamt gestaltete sich der visuelle Zugriff auf die Welt innovativer, mutiger, dynamischer. Keine Frage: Die von Oskar Barnack entwickelte und 1924 von Ernst Leitz II auf den Weg gebrachte Leica war so etwas wie die Antwort der Fotografie auf die phänomenologischen Bedürfnisse einer neuen, temporeichen Zeit.

Ikonen der Fotografie und neue Perspektiven

Die Ausstellung »AUGEN AUF! 100 Jahre Leica Fotografie« unternimmt erstmals den Versuch, den durch die Erfindung der Leica provozierten Umbruch in der Fotografie umfassend darzustellen. Dabei richtet sich der Blick auf die durch die technische Innovation Leica ausgelöste visuelle Revolution. Aus kunst- und kulturgeschichtlicher Perspektive wird gefragt, wie sich durch die Leica bzw. das Kleinbild das fotografische Sehen verändert hat. Welche Auswirkungen die Miniaturisierung der Fotografie auf das Schaffen von Amateuren, Künstlern, Fotojournalisten hatte. Und nicht zuletzt: Welche neuen Themen die Systemkamera mit ihrer breiten Palette an Wechselobjektiven erschlossen hat bzw. wie eingeführte Themen auf neue Art gesehen wurden. Wie heute das digitale Smartphone, revolutionierte Leica unseren Umgang mit der Welt und wie wir sie wahrnehmen.

Spezielle Kapitel widmen sich der Avantgardefotografie der 1920er- und 1930er-Jahre, der Subjektiven Fotografie um 1950, der »Photographie Humaniste« im Frankreich der Nachkriegszeit, der spanischen und japanischen Fotografie, der New Color Photography sowie der Mode- und zeitgenössischen Autorenfotografie.

Die Ausstellung erlebte im Jubiläumsjahr 2014 im Haus der Photographie/ Deichtorhallen Hamburg ihre Premiere. Die von Hans-Michael Koetzle in mehrjähriger Arbeit kuratierte Schau, wurde von der Leica Camera AG unterstützt, die mit Blick auf das Ereignis erstmals ihre Archive öffnete. Weitere Stationen nach Frankfurt sind Berlin, Wien und München.

Publikation

Zur Ausstellung erschien ein umfangreiches, reich bebildertes Buch im Kehrer Verlag mit Texten von Alejandro Castellote, Michael Ebert, Peter Hamilton, Anton Holzer, Thomas Honickel, Hans-Michael Koetzle, Franziska Mecklenburg, Rebekka Reuter, Ulf Richter, Christoph Schaden, Emília Tavares, Enrica Viganò, Bernd Weise, Thomas Wiegand, herausgegeben von Hans-Michael Koetzle, mit 576 Seiten und 1.200 Abbildungen.

Edition

Christer Strömholm. Nana, Place Blanche, Paris 1961, 2014.
18 x 21 cm auf 24 x 30 cm,
Hahnemühle Glossy Fine Art − Photo Rag Baryta 315 gr. 100% Cotton,
gedruckt mit Photo Black-Epson-T-5911-ink auf Epson-Stylus-Pro-11880-Drucker,
Auflage: 30+5 AP, nummeriert und gestempelt, signiert vom Nachlassverwalter.
Für 350 EUR inkl. MwSt während der Ausstellung erhältlich.


Begleitprogramm


Freitag, 13. März 2015, 12 und 15 Uhr
Kuratorenführung mit Hans-Michael Koetzle
Die Führung findet in deutscher Sprache statt.
Weitere Kuratorenführungen am Sonntag, 19. April, 15 Uhr für DGPh-Mitglieder;
Samstag, 25. April, 12 und 15 Uhr; Sonntag, 26. April, 12 Uhr;
Freitag, 29. Mai, 12 und 15 Uhr; Samstag, 30. Mai, 12 und 15 Uhr.
Auf Anfrage können Führungen auf Englisch und Französisch gebucht werden.

Samstag, 14. März 2015, 18 Uhr
Vortrag »Storytelling with Pictures«
Jane Evelyn Atwood, US/FR, Fotografin der Ausstellung »AUGEN AUF!«
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Samstag/Sonntag, 14./15. März 2015, 10–18 Uhr
Workshop »Storytelling with Pictures«
Jane Evelyn Atwood, US/FR, Fotografin der Ausstellung »AUGEN AUF!«
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Der Workshop findet in englischer Sprache statt.

Donnerstag, 26. März 2015, 18 Uhr
Vortrag »AUGEN AUF!«
Hans-Michael Koetzle, Kurator der LEICA-Ausstellung, München
Ort: Leica Galerie Frankfurt, Großer Hirschgraben 15, Frankfurt am Main
Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.

Freitag, 17. April 2015, 18 Uhr
Vortrag »Nolens Volens«
Paula Luttringer, AR/FR, Fotografin der Ausstellung »AUGEN AUF!«
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Samstag/Sonntag, 18./19. April 2015, 10–18 Uhr
Workshop »art, MeMory, and reCovery«
Paula Luttringer, AR/FR, Fotografin der Ausstellung »AUGEN AUF!«
Der Workshop findet in englischer Sprache statt.

Öffentliche Führungen zur Ausstellung »AUGEN AUF! 100 Jahre Leica Fotografie« finden immer mittwochs, um 18 Uhr statt. Die Führung ist im Eintrittspreis enthalten.

Diese Ausstellung wird freundlicherweise unterstützt von

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