Freitag–Montag,
24.–27.07.2026, 10–17 Uhr
Workshop-Inhalte
Archive, visuelles Storytelling, Erinnerungen, kreative Fotografie
Workshop-Ablauf
Tag 1
Der Workshop beginnt thematisch mit dem Familienarchiv sowie einer Betrachtung fotografischer Arbeiten von Künstler*innen, die eigene Fotografie mit Archivmaterial kombiniert haben. Am Nachmittag liegt der Fokus auf den visuellen Familienarchiven der Teilnehmenden.
Tag 2
Nina Berman stellt zwei eigene Projekte vor, in denen sie mit persönlichen und institutionellen Archiven gearbeitet hat, und zeigt Arbeiten anderer Fotograf*innen, die Archive nutzen. Vertiefende Diskussionen zu den Präsentationen am Vormittag sowie Präsentationen der Teilnehmenden zu ihren archivbasierten Projekten (dies kann eine Fortsetzung der am ersten Tag gezeigten Familienarchive oder ein völlig anderes Projekt sein).
Tag 3
Fokus auf die individuellen Projekte der Teilnehmenden.
Tag 4
Praktische Übung in Frankfurt, anschließende Diskussion und Präsentation der Ergebnisse.
Vorbereitung
Bitte bringen Sie eine Sammlung digitaler Bilder (max. 40) sowie Archivmaterial (Familienalben, Zeichnungen, Briefe o.ä.) mit, mit denen Sie während des Workshops arbeiten möchten.
Ausrüstung
Laptop und Kamera-Ausrüstung
Ort
Fotografie Forum Frankfurt
Braubachstraße 30–32, 60311 Frankfurt
Archive – ob persönliche oder institutionelle – sind fruchtbares Material für kreative Fotograf*innen, die ihr visuelles Storytelling erweitern und ihren Bildern Kontext verleihen möchten, indem sie visuelle oder textliche Materialien einbeziehen, die von anderen geschaffen wurden.
Doch wie lässt sich gefundenes Material mit eigener fotografischer Produktion kombinieren? Ist das Archiv eine Antwort auf Fragen der Erinnerung und unterdrückten Narrative, oder ist es eine rätselhafte Präsenz, die nur dazu dient, das scheinbar Alltägliche und Gewöhnliche komplizierter wirken zu lassen? Ist das Archiv eine wahrhaftige Stimme – oder eine verdächtige, die befragt, gestört und unterlaufen werden muss, etwa durch kreative Methoden wie Schwärzung, Wiederholung oder Rekonstruktion?
Durch Künstler*innen-Präsentationen, praktische Übungen und kritische Diskussionen richtet sich dieser Workshop an Teilnehmende, die bereits an einem Projekt arbeiten, sei es ganz am Anfang oder kurz vor dem Abschluss, und die ein unterstützendes, kreatives Umfeld suchen, um Ideen zu narrativer Struktur sowie zum Zusammenspiel von eigener Fotografie und Archivmaterial zu erproben. Am Ende des Workshops werden die Teilnehmenden mehr Sicherheit im kreativen Umgang mit Archiven als erzählerischem Element gewonnen haben, um ihre fotografische Praxis zu erweitern.
Während des Workshops gibt es die Möglichkeit, ausgiebig mit Nina Berman ins Gespräch zu kommen und mit ihr über die eigene Arbeit zu sprechen.

Nina Berman ist Dokumentarfotografin, Filmemacherin, Journalistin und Dozentin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit amerikanischer Politik, Militarismus, Umweltfragen und den Folgen von Gewalt und Trauma. Sie ist Autorin von Purple Hearts – Back from Iraq (Trolley, 2004), einer Serie von Porträts und Interviews mit verwundeten US-amerikanischen Veteranen, Homeland (Trolley, 2008), einer Untersuchung der Militarisierung des amerikanischen Alltagslebens nach dem 11. September, sowie An Autobiography of Miss Wish (Kehrer, 2017), in der Berman gemeinsam mit einer Überlebenden sexualisierter Gewalt ihre Geschichte erzählt. Das Buch wurde sowohl für den Aperture Book Prize als auch für den Arles Book Award nominiert.
Zu ihren weiteren Stipendien, Auszeichnungen und Förderungen zählen unter anderem das Guggenheim Fellowship in Photography, Förderungen der New York Foundation for the Arts, der World Press Photo Foundation, der Open Society Foundation, des Center for Documentary Studies an der Duke University, das MIT Knight Science Journalism Fellowship sowie das Aftermath Project.
Sie begann ihre fotografische Karriere 1988 als freie Fotografin und arbeitete im Auftrag führender internationaler Magazine, darunter Time, Newsweek, Life, The New York Times Magazine, New York Magazine, Geo und The Sunday Times Magazine. Ihre Arbeiten thematisieren ein breites Spektrum – von Frauen in Kriegsgebieten in Bosnien und Afghanistan bis hin zu innenpolitischen Themen wie Strafjustiz, reproduktiven Rechten und politischen Prozessen.
Ihre Fotografien und Filme wurden in über 100 internationalen Ausstellungen gezeigt und befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter das Smithsonian und die Bibliothèque nationale de France. Nina Berman hat weltweit Workshops für junge Fotograf*innen geleitet und war von 2009 bis 2021 Mitglied von NOOR Images. Derzeit ist sie Professorin an der Columbia University und lebt in ihrer Heimatstadt New York City.
Für diese Veranstaltungen ist eine verbindliche Anmeldung nötig, da die Teilnahme begrenzt ist.
Nach der Übermittlung Ihrer Daten senden wir Ihnen eine Bestätigung per E-Mail. In dieser E-Mail teilen wir Ihnen auch die Bankverbindung für die Überweisung der Teilnahmegebühr mit. Der Zahlungseingang der Gebühr bis spätestens 14 Tage vor Workshopbeginn ist Voraussetzung für die Teilnahme. Bei Nichterscheinen kann leider keine Rückerstattung der Gebühr geleistet werden.
Mit der Anmeldung bestätige ich, die DATENSCHUTZERKLÄRUNG des Fotografie Forum Frankfurt zur Kenntnis genommen zu haben.
Bei Fragen zum Workshopablauf, zur Registrierung oder zur Bezahlung helfen wir Ihnen unter der E-Mail-Adresse anmeldung@fffrankfurt.org oder unter der Telefonnummer 069–291726 gerne weiter.