Freitag – Montag, 25.09. – 28.09.2026,
10–17 Uhr
Workshop-Inhalte
Dokumentarische Fotografie, spekulative Ansätze, Realismus, Authentizität, Inszenierung, Performativität
Workshop-Ablauf
Der Workshop beginnt mit einer Einführung in die spekulative dokumentarische Fotografie anhand unterschiedlicher dokumentarischer Ausdrucksformen. Anschließend sind alle Teilnehmenden eingeladen, eine eigene brennende Frage zur Fotografie zu formulieren, die als gedanklicher Leitfaden für den Workshop dient.
An den folgenden Tagen beginnt jeder Workshoptag mit einem gemeinsamen Gespräch mit Max Pinckers über seine Arbeit und seinen künstlerischen Prozess. Jeder Tag endet mit einer offenen Gruppendiskussion zu den Fragen und Themen, die im Laufe des Workshops aufgeworfen wurden.
Vorbereitung
Bitte bereiten Sie Ihre Werk- bzw. Portfoliopräsentation so vor, dass sie sich auf die Weiterentwicklung eines laufenden Projekts konzentriert und nicht auf abgeschlossene Arbeiten. Bitte formulieren Sie außerdem eine persönliche ‘brennende Frage’, die Sie zur Fotografie haben und im Workshop diskutieren möchten.
Equipment
Kamera (jeglicher Art), Blitz- bzw. Lichtequipment nach Möglichkeit
Ort
Fotografie Forum Frankfurt
Braubachstraße 30–32
60311 Frankfurt am Main
Wie kann dokumentarische Fotografie überzeugend mit der Welt in Beziehung treten und gleichzeitig ihre eigenen Grenzen, Schwächen und blinden Flecken erkennen? Wie können wir uns von dem Paradox inspirieren lassen, mit einer dokumentarischen Haltung an die Realität heranzutreten, während diese sich fortwährend verändert, verflüchtigt oder entzieht? Und wie lässt sich ein gemeinsames Verständnis von Realismus definieren in einer hyper-individualisierten und unübersichtlichen Ära von Post-Truth, Fake News und KI-generierten Bildern, in der es keinen Konsens mehr darüber gibt, was real, halbwahr, fiktiv oder reine Unterhaltung ist?
Ziel dieses Workshops ist es, den Authentizitäts- und Wahrheitsanspruch der dokumentarischen Fotografie kritisch zu hinterfragen und die dokumentarische Haltung konzeptionell, formal und methodisch neu zu denken. Wie wird fotografischer Realismus durch Konventionen, formale Bedeutungsträger und visuelle Tropen geprägt und konditioniert? Was ist »real«, was ist »konstruiert« – und in welchem Maße formt das Medium der Fotografie diese Wahrnehmung?
Der Workshop untersucht verschiedene künstlerische Methoden, um kreative Freiräume innerhalb dokumentarischer Ansätze zu entwickeln – von selbstreflexiven bis hin zu performativen und theatralen Modi – die über oberflächliche Vorstellungen von Authentizität hinausgehen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie Fotografie Wahrheiten auf eine komplexere und vielschichtigere Weise verhandeln kann als durch eine rein wortwörtliche Abbildung der Realität.
Max Pinckers wird über seine eigene Arbeit und Projekte sprechen, von der Konzeption dokumentarischer Vorhaben über Self-Publishing bis hin zur Ausstellungsgestaltung. Im Verlauf des Workshops erhalten die Teilnehmenden spielerische Aufgaben sowie eine mögliche praktische Übung. Zudem gibt es ausreichend Zeit und Raum für Gespräche mit Max Pinckers über eigene laufende Projekte sowie individuelles Feedback.

Max Pinckers (*1988, Belgien) wuchs in Indonesien, Indien, Australien und Singapur auf und lebt heute in Brüssel, seinem Geburtsort. In seiner Arbeit hinterfragt er die Konventionen dokumentarischer Fotografie, indem er Theatralität, Performativität und Kollaboration innerhalb dokumentarischer und fotojournalistischer Kontexte untersucht. Diese Ansätze werden durch den bewussten Einsatz filmischer Lichtführung und Inszenierung im dokumentarischen Bild sichtbar.
Für Pinckers ist Fotografie ein spekulativer Akt, der über die bloße Darstellung äußerer Wirklichkeiten hinausgeht. Sein Verständnis von Realität und Wahrheit ist plural und wandelbar und offen für unterschiedliche Formen der Artikulation.
Seine Arbeiten manifestieren sich in selbstpublizierten Künstlerbüchern und Ausstellungsinstallationen wie The Fourth Wall (2012), Will They Sing Like Raindrops or Leave Me Thirsty (2014), Margins of Excess (2018), Red Ink (2018) und State of Emergency (2024). Zu den zahlreichen internationalen Auszeichnungen, die Max Pinckers erhalten hat, zählen der Edward Steichen Award Luxembourg (2015) und der Leica Oskar Barnack Award (2018). Er hatte Einzelausstellungen u. a. im FOMU Antwerpen, im Palazzo Madama in Turin, bei Belfast Exposed und im BOZAR in Brüssel und nahm seit 2008 an über 130 Gruppenausstellungen teil.
Max Pinckers ist Mitbegründer des unabhängigen Verlags Lyre Press sowie von The School of Speculative Documentary. Er ist Doktor der Künste und Gastdozent an der School of Arts / KASK in Gent. Er wird von der Galerie Sofie Van de Velde (Antwerpen) und Tristan Lund (London) vertreten.
Für diese Veranstaltungen ist eine verbindliche Anmeldung nötig, da die Teilnahme begrenzt ist.
Nach der Übermittlung Ihrer Daten senden wir Ihnen eine Bestätigung per E-Mail. In dieser E-Mail teilen wir Ihnen auch die Bankverbindung für die Überweisung der Teilnahmegebühr mit. Der Zahlungseingang der Gebühr bis spätestens 14 Tage vor Workshopbeginn ist Voraussetzung für die Teilnahme. Bei Nichterscheinen kann leider keine Rückerstattung der Gebühr geleistet werden.
Mit der Anmeldung bestätige ich, die DATENSCHUTZERKLÄRUNG des Fotografie Forum Frankfurt zur Kenntnis genommen zu haben.
Bei Fragen zum Workshopablauf, zur Registrierung oder zur Bezahlung helfen wir Ihnen unter der E-Mail-Adresse anmeldung@fffrankfurt.org oder unter der Telefonnummer 069–291726 gerne weiter.