Freitag, 04.11.2026, 18 Uhr
Ort: Fotografie Forum Frankfurt
Eintritt
5 EUR, ermäßigt 3 EUR, Mitglieder des FFF und Studenten mit gültigem Ausweis haben freien Eintritt.
Snežana Golubović präsentiert eine Collage aus kurzen Geschichten – »Gedanken-Polaroids«, die in Worte gefasst sind. Darin reflektiert sie über ihre Freundschaft mit Tony Rizzi und vor allem über Tonys langjährige künstlerische Zusammenarbeit mit dem belgischen Künstler Jan Fabre.
Anhand persönlicher Anekdoten und seltener, bisher unveröffentlichter Archivaufnahmen blicken Golubović und Rizzi gemeinsam auf prägende Momente ihrer gemeinsamen Geschichte zurück. Zugleich laden sie das Publikum zu einem offenen Gespräch über den Körper, Sexualität, Schönheit, Faszination, künstlerische Hingabe, Herausforderungen, Erschöpfung, Kampf und Freude ein – Themen, die durch Rizzis Zusammenarbeit mit Jan Fabre tief in sein Leben und seine künstlerische Praxis eingewoben sind.
Das Gespräch findet in englischer Sprache statt.
Snežana Golubović (*1965, Belgrad, Jugoslawien, heute Serbien) ist Künstlerin und Autorin mit Wohnsitz in Deutschland. Sie wuchs mit der Belgrader Alternativszene (BAS) auf, hörte Ekatarina Velika, las Ivo Andrić und Danilo Kiš, besuchte das BITEF (Belgrader Internationales Theaterfestival) und das FEST (Filmfestival), studierte Schauspiel, schrieb über Musik und Film, verbrachte ihre Sommer in Dubrovnik und produzierte eigene Radio- und Fernsehsendungen. 1992 zog sie nach Deutschland, wo sie seither freischaffend als Schauspielerin und Performerin in professionellen Produktionen arbeitet. Dabei arbeitete sie mit renommierten Regisseur:innen und Künstler:innen wie Alexander Brill, Dirk Hauser, Angie Hiesl, Saskia Boddeke und Peter Greenaway zusammen. In Deutschland studierte sie Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Amerikanistik und Kunstgeschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Magisterarbeit widmete sie dem Thema Schmerz in den Performances von Marina Abramović. Von 2004 bis 2007 war sie Mitglied der Independent Performance Group (I.P.G.), die von Marina Abramović gegründet und geleitet wurde. Seit 2013 ist sie Mitbegründerin und Mitglied des Performancekunst-Trios TRaG (Trojan, Reiser und Golubović). Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem in der NMAC Foundation (Cádiz), im Van Gogh Museum (Amsterdam), beim Festival d’Avignon, auf der Biennale von Venedig, in den Königlichen Museen der Schönen Künste von Belgien (Brüssel) sowie auf zahlreichen Ausstellungen und Performancekunst-Festivals in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Von November 2020 bis April 2025 war sie Professorin für Performative Kulturelle Bildung an der Frankfurt University of Applied Sciences.
Tony Rizzi (*1965 als Anthony James Rizzi in Dedham, Massachusetts) ist ein italienisch-amerikanischer Choreograf, Performer und bildender Künstler. Er erhielt seine Ausbildung an der Boston Ballet School, u. a. unter den legendären New York City Ballet-Tänzer*innen Violette Verdy und Bruce Wells. 1985 kam er nach Frankfurt, wo er bis 2003 als Tänzer und künstlerischer Assistent beim Ballett Frankfurt unter der künstlerischen Leitung von William Forsythe wirkte. Parallel entwickelte er ein eigenständiges choreografisches Werk: 1995 schuf er gemeinsam mit Forsythe und Dana Caspersen »Firstext« für das Royal Ballet London; weitere Choreografien entstanden u. a. für das Bayerische Staatsballett und das Gärtnerplatz Tanztheater München. Von 1999 bis 2023 war er als Hauptdarsteller in zahlreichen Produktionen von Troubleyn / Jan Fabre tätig, darunter die 24-stündige Performance »Mount Olympus«. 2012 spielte er die junge Marina Abramović in Robert Wilsons »The Life and Death of Marina Abramović« auf internationaler Tournee. Mit seiner eigenen Compagnie ›Tony Rizzi and the Bad Habits‹ entwickelt er seit 2000 eigene Tanzproduktionen, die regelmäßig am Mousonturm Frankfurt und am Gallus Theater uraufgeführt werden. Durch seine eigene Kompanie schafft er weiterhin Performances, die Bewegung, Fotografie, Film, Collage, Text, Humor und gesellschaftliche Kommentare miteinander verbinden. Internationale Tourneen führten ihn u. a. nach Montreal, Wien, Tokio, New York und Oslo. Seit Ende der 1980er Jahre ist Rizzi als Fotokünstler tätig. Seine Werke wurden u. a. im Frankfurter Kunstverein, in der Oper Frankfurt, im Mousonturm, im Kunstverein Hamburg, Platform Sarai, Frankfurt am Main, im MUMOK Wien, und im Mori Art Museum Tokio gezeigt und sind international in Sammlungen vertreten.