Ausgestellte Werke:
T-Shirt, 2022
Resting, 2022
Anton at Z˙wirki, 2022
aus der Serie »Z˙wirki«
Untitled, 2023 – 2025
Video, 4‘17“
aus der Serie »Lotosik«
»Nach dem groß angelegten Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 floh Anton nach Polen, nur vier Tage vor seinem achtzehnten Geburtstag. Er strandete in der kleinen polnischen Stadt Subice, wo wir ihn zum ersten Mal mit einer Gruppe anderer ukrainischer Jugendlicher trafen. Wir begleiteten sie und waren dabei, wenn sie sich in Z˙wirki, trafen und dort Zeit verbrachten, was Teil ihrer neuen Realität geworden war. Während alle anderen versuchten, sich an die neue Situation anzupassen, plagten Anton weiterhin Fragen zu seiner Zukunft; das unterschied ihn von seinen Freund*innen. Nach ein paar Monaten zog er von Subice, nach Hannover und von dort aus nach Berlin. Im Januar 2023 fasste er den Entschluss, in die Ukraine zurückzukehren und sich zur Armee zu melden. Damit fand seine ungewisse Reise ein Ende, und er ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit, das er vermisst hatte.
Beim Nachdenken über die Freundschaft mit Anton und den anderen Ukrainer*innen stellten wir fest, dass viele unserer Gemeinsamkeiten auf die Internetkultur zurückzuführen waren. Obwohl wir so weit voneinander entfernt aufgewachsen waren, fühlten wir uns durch unsere ähnlichen Erfahrungen auf den verschiedenen Online-Plattformen verbunden. Wir entdeckten, dass wir denselben Leuten folgten, dieselben Videos anschauten und dieselbe Musik hörten. Als Anton in die Ukraine zurückkehrte, wurden seine Instagram-Stories für uns besonders interessant, und wir begannen, über diese Form der Kommunikation nachzudenken. Für uns wurde sie zu seinem digitalen Tagebuch und zum Ausdruck seiner Suche nach einer neuen Identität, wie bei so vielen Menschen unserer Generation.«
Ausstellung
GEN Z: SHAPING A NEW GAZE
Laufzeit: 09.05.2026–30.08.2026
Eine Generation, unzählige Perspektiven: Die Ausstellung präsentiert Werke von über 40 Fotograf*innen aus 25 Ländern, die überwiegend der Generation Z angehören und zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Ihre Arbeiten erzählen von den Erfahrungen einer Generation, geprägt von digitalen Welten, gesellschaftlichen Umbrüchen und globalen Krisen. In vier Themenbereichen eröffnet die Ausstellung Einblicke in die Lebensrealitäten, Sorgen und Sehnsüchte junger Menschen. Aspekte wie Identität, Zugehörigkeit, Körper und Gender werden kreativ reflektiert, hinterfragt und in neue Selbstverständnisse überführt.