Ausstellte Werke:
Sahara Bailey sitzt auf ihrem Bett in ihrer Wohngemeinschaft in Brisbane, Australien. Sahara hat kürzlich ihr Elternhaus verlassen und lebt zum ersten Mal in einer WG.
Dieser Übergang kann oft mit Nervosität verbunden sein – zum ersten Mal mit Fremden zusammenzuleben –, kann aber auch sehr bereichernd sein, da man neue Seiten an sich selbst entdeckt. »In den letzten acht Monaten hat sich das drastisch verändert. Ich habe mich ins kalte Wasser geworfen, bin von einem Einsiedlerkrebs, isoliert und für mich allein, dazu übergegangen, mit vier anderen in eine WG zu ziehen. Das war eine völlige Kehrtwende, die mein Nervensystem ziemlich erschüttert hat.«, 2024
Während der Entstehung der Bilder für »Home for a Time« wurden einige der teilnehmenden Personen gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen und umzuziehen. Zwangsräumungen sind für viele junge Erwachsene zu einer normalisierten Erfahrung geworden, da Eigentümer und Vermieter die Mieten ohne Einschränkungen erhöhen können – etwas, das Wohnungsaktivisten politisch zu ändern versuchen. Die Teilnehmerin Sahara Bailey schreibt über das Foto: »Property managers clearing us out« (Hausverwaltungen werfen uns raus)., 2024
Lia Ribeiro de Noronha und Myla Nicholas in Lias Schlafzimmer. Beide haben eine sichere Gemeinschaft gefunden, in der sie ihre Queerness erkunden können., 2024
Bella Porras und ihr Partner Jack Greer (v.l.n.r.), fotografiert in ihrem WG-Schlafzimmer in Brisbane, Australien. Beide sind neurodivergent; sie findenTrost darin, in einer Gemeinschaft mit anderen neurodivergenten Menschen zu leben, in der sie ihre Gewohnheiten und ihre Lebensweise nicht erklären müssen. Bella schreibt: »Uncertain times all round, their support is endless« (Unsichere Zeiten überall, ihre Unterstützung ist unendlich)., 2024
Während der Entstehung der Bilder für »Home for a Time« wurden einige der teilnehmenden Personen gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen und umzuziehen. Zwangsräumungen sind für viele junge Erwachsene zu einer normalisierten Erfahrung geworden, da Eigentümer und Vermieter die Mieten ohne Einschränkungen erhöhen können – etwas, das Wohnungsaktivisten politisch zu ändern versuchen. Die Teilnehmerin Bella Porras schreibt über das Foto: »Property managers clearing us out« (Hausverwaltungen werfen uns raus)., 2024
Anna Jourdant in ihrem Schlafzimmer in Brisbane, Australien. Anna hat gestopft und Stickerei verwendet, um ihre Erfahrungen mit dem Leben in einer WG auszudrücken. »Als Kind hatte ich die süße Vorstellung, dass ich mit meiner Familie auf einem Pferdehof leben würde, sie würden in einem anderen Haus wohnen, und alle würden zusammenleben.«, 2024
»Die Erfahrung in einer Wohngemeinschaft zu leben oder einfach Gemeinschaft zu finden, ist so wertvoll, um sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist.« – Myla Nicholas, 2024
William Bird, Maeve, Lia Ribeiro de Noronha, Myla Nicholas und Anna Jourdant (v.l.n.r.) sitzen in ihrer WG in Brisbane, Australien. Alle in diesem Haushalt identifizieren sich als neurodivergent oder queer und empfinden ihr Zuhause als einen sicheren Ort, an dem sie sich ausdrücken können. Lia Ribeiro de Noronha schreibt über das Foto: »I feel happy and safe to be me« (Ich fühle mich glücklich und sicher, ich selbst zu sein)., 2024
Rhett Kleine (r.) schrieb über dieses Foto eines gemeinsamen Feuers im Hinterhof seiner WG: »The share house is a seedling in a field set to be sown« (Die WG ist ein Sämling auf einem Feld, das bestellt werden soll). Für junge Erwachsene, die ihr Elternhaus verlassen, kann das Leben in einer WG ein Ort sein, an dem man sich selbst sowie eine Gemeinschaft findet., 2024
Myla Nicholas, fotografiert in ihrer WG in Brisbane, Australien. Myla, die sich in einem Transitionsprozess befindet, sagt, dass diese Erfahrung es ihnen ermöglicht hat, die Dynamiken des Queerseins außerhalb der Familienstruktur zu erkunden. Myla hat
sich entschieden, ihre Gefühle durch Zeichnungen auszudrücken., 2024
Fotografien in Zusammenarbeit mit Sahara Bailey, Myla Nicholas, Bella Porras, Anna Jourdant, Lia Ribeiro de Noronha, Sahara Bailey, Rhett Kleine
aus der Serie »Home for a Time«
»Mich treibt die Idee an, dass Fotografie keine einsame Tätigkeit sein muss, sondern eine gemeinschaftliche Erfahrung sein kann. Sie schafft einen Raum, in dem verschiedene Stimmen zusammenkommen, in dem sich persönliche und kollektive Erzählungen vermischen und in dem das Storytelling zu tiefen Verbindungen führt.
In Home for a Time [Ein Zuhause auf Zeit] geht es nicht nur darum, die Lebensrealitäten von Wohngemeinschaften zu beschreiben: Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, um Resilienz und um die kreativen Lösungen, die Menschen finden, um sich auch unter unsicheren Umständen ein Stück Heimat zu schaffen. Da Wohnraum immer weniger erschwinglich ist, finden sich viele junge Menschen in Australien in Wohngemeinschaften wieder – nicht nur als typischer Zwischenschritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden, sondern dauerhaft. Doch trotz der damit verbundenen Herausforderungen können diese Wohnformen tiefe Bindungen, unterstützende Netzwerke und selbstgewählte Familien hervorbringen, insbesondere für Menschen, die Randgruppen angehören und nach Gemeinschaft suchen.
Durch einen kollaborativen Prozess, der die Perspektiven der dargestellten Personen miteinbezieht, geht dieses Projekt über die reine Dokumentation ihrer Wohnräume hinaus – es fängt ihre Hoffnungen, Ängste und die Art und Weise ein, wie sie selbst Gemeinschaft und Zugehörigkeit gestalten. Ich möchte, dass das Publikum diese Wohnungen nicht einfach nur sieht, sondern auch die Beziehungen und sozialen Verbindungen innerhalb dieser Räume spürt. Ich möchte, dass es erkennt, dass WGs mehr sind als reine Notwendigkeit: Sie bieten die Möglichkeit, in einer zunehmend isolierenden Welt Solidarität und Sinnhaftigkeit zu finden. Außerdem ist es mir wichtig, dass mein Publikum auch mehr jungen Menschen zuhört – dass es ihre Anstrengungen, ihre Resilienz und ihre Sicht auf die Zukunft von Wohnen, Gemeinschaft und Zugehörigkeit versteht.«
Ausstellung
GEN Z: SHAPING A NEW GAZE
Laufzeit: 09.05.2026–30.08.2026
Eine Generation, unzählige Perspektiven: Die Ausstellung präsentiert Werke von über 40 Fotograf*innen aus 25 Ländern, die überwiegend der Generation Z angehören und zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Ihre Arbeiten erzählen von den Erfahrungen einer Generation, geprägt von digitalen Welten, gesellschaftlichen Umbrüchen und globalen Krisen. In vier Themenbereichen eröffnet die Ausstellung Einblicke in die Lebensrealitäten, Sorgen und Sehnsüchte junger Menschen. Aspekte wie Identität, Zugehörigkeit, Körper und Gender werden kreativ reflektiert, hinterfragt und in neue Selbstverständnisse überführt.