Phương Nguyên Lê

*2002 VN, based in Hô Chi Minh City (Vietnam)

Ausgestellte Werke:

4 Werke ohne Titel, 2024 

aus der Serie »Giao Điêm«

 

7 Werke ohne Titel, 2024 

aus der Serie »‘Vo´ôly«


»1985 reiste mein Vater, damals professioneller Volleyballspieler beim vietnamesischen Militär, im Rahmen eines Trainingslagers mit seiner Mannschaft nach Siem Reap. Es war sein erster Auslandsaufenthalt. Ein Jahr später wurde er erneut nach Siem Reap geschickt, diesmal jedoch nicht als Sportler, sondern als Soldat. Der Krieg, in den er geschickt wurde, war Teil eines geheimen Grenzkonflikts im Zusammenhang mit den Nachwirkungen der Roten Khmer. Die vietnamesische Regierung hat ihren Einmarsch in Kambodscha nach dem Ende dieses Regimes nie erklärt und weigerte sich, diesen Teil der Geschichte offiziell anzuerkennen. Daher wurde mein Vater von der vietnamesischen Regierung auch nie als Veteran anerkannt. 

Im Jahr 2024 reiste ich mit meinem Vater nach Siem Reap. Wir besuchten die Stätten seines Kampfes, teilten uns ein Motelzimmer, spielten Volleyball und machten Fotos voneinander. Ich konnte die Geschichten meines Vaters nicht länger nur als Randnotiz betrachten. Ich musste sie aus der Nähe kennenlernen.

Ich hoffe, dass die Menschen eine weitere emotionale Dimension darin erkennen, wie sich die Zusammenarbeit in der fotografischen Praxis entfalten kann. Ich hoffe, sie können erkennen, welche Bedeutung das generationenübergreifende Storytelling für viele der zuvor kolonisierten Gemeinschaften hat. Ich hoffe, mir gelingt es, den Begriff ›Krieg‹ neu zu definieren als eine fortwährende Struktur, aufgrund der es selbst nach dem Abzug der Invasoren immer noch so viel im täglichen Leben zu bewältigen gibt.«

Ausstellung

GEN Z: SHAPING A NEW GAZE

Laufzeit: 09.05.2026–30.08.2026


Eine Generation, unzählige Perspek­tiven: Die Aus­stellung präsentiert Werke von über 40 Foto­graf*innen aus 25 Ländern, die über­wiegend der Genera­tion Z ange­hören und zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Ihre Arbeiten erzählen von den Erfahrungen einer Generation, geprägt von digitalen Welten, gesell­schaft­lichen Umbrüchen und globalen Krisen. In vier Themen­bereichen eröffnet die Aus­stellung Einblicke in die Lebens­reali­täten, Sorgen und Sehnsüchte junger Menschen. Aspekte wie Identi­tät, Zuge­hörig­keit, Körper und Gender werden kreativ reflek­tiert, hinter­fragt und in neue Selbst­verständ­nisse überführt.

    Die Ausstellung »Gen Z: Shaping a New Gaze« wurde organisiert und produziert von Photo Elysée und unterstützt vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, und Caparol.

    Bitte warten