Ausgestellte Werke:
4 Werke ohne Titel, 2024
aus der Serie »Giao Điêm«
7 Werke ohne Titel, 2024
aus der Serie »‘Vo´ôly«
»1985 reiste mein Vater, damals professioneller Volleyballspieler beim vietnamesischen Militär, im Rahmen eines Trainingslagers mit seiner Mannschaft nach Siem Reap. Es war sein erster Auslandsaufenthalt. Ein Jahr später wurde er erneut nach Siem Reap geschickt, diesmal jedoch nicht als Sportler, sondern als Soldat. Der Krieg, in den er geschickt wurde, war Teil eines geheimen Grenzkonflikts im Zusammenhang mit den Nachwirkungen der Roten Khmer. Die vietnamesische Regierung hat ihren Einmarsch in Kambodscha nach dem Ende dieses Regimes nie erklärt und weigerte sich, diesen Teil der Geschichte offiziell anzuerkennen. Daher wurde mein Vater von der vietnamesischen Regierung auch nie als Veteran anerkannt.
Im Jahr 2024 reiste ich mit meinem Vater nach Siem Reap. Wir besuchten die Stätten seines Kampfes, teilten uns ein Motelzimmer, spielten Volleyball und machten Fotos voneinander. Ich konnte die Geschichten meines Vaters nicht länger nur als Randnotiz betrachten. Ich musste sie aus der Nähe kennenlernen.
Ich hoffe, dass die Menschen eine weitere emotionale Dimension darin erkennen, wie sich die Zusammenarbeit in der fotografischen Praxis entfalten kann. Ich hoffe, sie können erkennen, welche Bedeutung das generationenübergreifende Storytelling für viele der zuvor kolonisierten Gemeinschaften hat. Ich hoffe, mir gelingt es, den Begriff ›Krieg‹ neu zu definieren als eine fortwährende Struktur, aufgrund der es selbst nach dem Abzug der Invasoren immer noch so viel im täglichen Leben zu bewältigen gibt.«
Ausstellung
GEN Z: SHAPING A NEW GAZE
Laufzeit: 09.05.2026–30.08.2026
Eine Generation, unzählige Perspektiven: Die Ausstellung präsentiert Werke von über 40 Fotograf*innen aus 25 Ländern, die überwiegend der Generation Z angehören und zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Ihre Arbeiten erzählen von den Erfahrungen einer Generation, geprägt von digitalen Welten, gesellschaftlichen Umbrüchen und globalen Krisen. In vier Themenbereichen eröffnet die Ausstellung Einblicke in die Lebensrealitäten, Sorgen und Sehnsüchte junger Menschen. Aspekte wie Identität, Zugehörigkeit, Körper und Gender werden kreativ reflektiert, hinterfragt und in neue Selbstverständnisse überführt.